Cobra Kino
02.05.2010, 20:00 Uhr
DIE SCHACHSPIELERIN
Drama; Frankreich/Deutschland 2009; ab 0 Jahren; 101 Minuten
Kevin Kline Sandrine Bonnaire
Schach ist etwas für Männer. Dachte man. Aber spätestens seit diesem Film dürfte das Spiel um Dame und König in neuem Licht erscheinen. Caroline Bottaro zeichnet in ihrem sehenswerten Langfilmdebüt "Die Schachspielerin" ein vibrierend sinnliches Bild von der weiblichen Lust an einer guten Partie.
Hélène ist Zimmermädchen im Hotel und Putzfrau beim kauzigen Dr. Kröger und hat sich mit ihrem Leben arrangiert. Alles ändert sich, als sie beim Bettenmachen ein Pärchen auf dem Balkon beobachtet, das beim Schachspielen Zärtlichkeiten austauscht. Ihr Ehrgeiz erwacht und sie beschließt, das Königsspiel zu lernen. Nachts übt sie allein am Schachcomputer. Als Kröger ihr aus einer Laune heraus das Spielen beibringen will, ist er beeindruckt, wie gut sie ist.
Kevin Kline lehrt Sandrine Bonnaire das Königsspiel. Sie verfällt der Magie von Dame, König, Turm und entdeckt ihre Weiblichkeit neu.
Sandrine Bonnaire, die Ikone des französischen Autorenkinos, kann alles spielen, sie wirkt wahrhaftig, ob trotzige Landstreicherin in "Vogelfrei", eiskalte Mörderin in "Biester", routinierte Prostituierte in "Der Bulle von Paris", heldenhafte Johanna von Orleans oder verliebt als "Die Frau des Leuchtturmwärters". Und natürlich bleibt sie auch als "Die Schachspielerin" in ihrer emotionalen Einsamkeit geheimnisvoll.
